+++ VERANSTALTUNGEN 2012
+++
13. - 20. Januar 2012
VIDEO-Performance von Natalie Kolaric im Fenster der Frauenbibliothek
Mutterlaib mehlen (6:02 min)
– Performancedokumentation Januar 2003 – 
Alte Baumwollspinnerei St.Ingbert
Bei meiner Performance Mutterlaib mehlen war ich weiß gekleidet und hatte einen weißen, mit Mehl gefüllten Leinensack umhängen. Meine Lippen waren rot geschminkt. Mit einem Sieb verteilte ich das Mehl langsam auf dem Boden. In einem ruhigen meditativen Rhythmus legte ich dabei eine fast quadratische Fläche mit Mehl aus. Am Ende legte ich mich in die Mitte des Quadrats und siebte auch meinen Körper vollständig von den Füßen bis zum Gesicht mit Mehl ein und blieb dann für etwa 20 Minuten dort liegen, wobei mein Körper durch das Zupetzen der Augen vor Anstrengung zu zittern begann.
Mehl ist eines der ältesten Nahrungsmittel der Menschen. Der Laib Brot, der daraus hergestellt wird, ist für mich eine Metapher für die Mutter, die ein Kind nährt, der Herstellungsprozess des Brotes für das Mutterwerden und das Vorbereiten des Raumes für das Kind. Das Mehl, das durch seine weiße Farbe die Klarheit des Raumes erstellt, streue ich mir in die Augen, so dass es eine Blindheit hervorruft, die im Kontrast dazu steht. Aber eine Blindheit, die derjenigen im Mutterleib ähnlich ist, da man dort ebenfalls umhüllt ist von der Nahrung.
Das Mehl, das ein Lebensmittel ist, wird hier beinahe lebensbedrohlich, da es in meine Atemwege kommt. Die Nähe zum Ersticken und damit zum Tod, auch zu deuten im Eingehen und Verlöschen im Weiß, werden somit im Mehl sichtbar, wie die lebenserhaltende und Leben vorbereitende Kraft. Durch das Aussieben kläre und reinige ich einen Raum, ich bereite Nahrung vor, schaffe Lebensbedingungen. Eine Nähe zur Geburt. Das Blutrot meiner Lippen deutet dabei darauf hin, dass diese beiden Polaritäten von Geburt und Tod, das Lebensspendende und die Vergänglichkeit, im Körper der Frau vereint sind, wo sie zyklisch wiederkehren wie auch in der "Mutter" Natur.
Mittwoch, 1. Februar 2012, 16 – 18 Uhr
Internet-Seminar „Soziale Netzwerke“
In Kooperation mit der Landesmedienanstalt
Anmeldung erforderlich, nur noch wenige Restplätze!
Dienstag, 7. Februar 2012, 19 Uhr
Vortrag von Magdalena Marsovszky (Budapest / Fulda)
Nationale Wiedergeburt, moralische Revolution. Strukturen des völkischen Denkens in Ungarn
Magdalena Marsovszky, die in Budapest geborene Kulturwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte der Hochschule Fulda, setzt sich mit der „völkischen Wende“ im heutigen, von der rechtsnationalen Partei Fidesz quasi absolutistisch regierten Ungarn auseinander. Träume von einem „Magyarentum“ in einem „Großungarn“, das sich auf Vorstellungen des 19. Jahrhunderts beruft, die Rückkehr zu Althergebrachtem auch in der Familienpolitik, die Retraditionalisierung der Frauenrolle sind einige der Themen, die die ausgewiesene Kennerin der ungarischen Situation in Vortrag und Diskussion darlegen wird.
In Kooperation mit Antifa Saar – Projekt AK, CriThink! e.v., und der Heinrich-Böll-Stiftung Saar.
Mittwoch, 7. März 2012, 18 Uhr
Kate Baird (Minnesota, USA):
Community Garden. Gemeinschaftsgarten: Ein Zentrum der alternativen Ökonomie
Die Referentin stellt das Konzept der „community gardens“ vor. Als Beispiele dienen ihr neben ihrem eigenen Garten auch zahlreiche Gärten aus verschiedenen amerikanischen Großstädten. Sie wird den Bogen spannen vom Anbau von Obst, Blumen und Gemüse zur solidarischen Ökonomie. Dabei geht es um Selbstversorgung, um Lebensmittelsicherheit, gesundes Essen und die Verschönerung von Nachbarschaft und Wohnviertel. Nicht zuletzt wird der öffentliche Raum sinnvoll genutzt und Obdachlosenzentren und Tafeln erhalten zusätzliche Unterstützung.
Rosa-Luxemburg-Stiftung Saarland/Peter-Imandt-Gesellschaft
In Kooperation mit der Frauenbibliothek Saar und der Patton-Stiftung Saarbrücken
Freitag, 9. März 2012, 20 Uhr, Kino Achteinhalb
Afya Yangu. It’s my Right!
Meine Gesundheit – das ist mein Recht! Dokumentarfilm von Martina Backes und Lisa Ott
Mini DV / PAL 4:3 / OmdU / 69 min. / Kenia/Deutschland 2011
Filmvorführung in Anwesenheit der Regisseurin, die anschließend zur Diskussion bereit steht.
Frauen in Kenia sprechen über ihr Recht auf Gesundheit und sexuelle Selbstbestimmung. Indem sie ihre Stimme erheben, handeln sie gegen patriarchale Gewohnheitsrechte, repressive Tabus und Gewalt. Die ProtagonistInnen erzählen, warum ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen für Frauen oft tödlich enden. Sie beschreiben – nicht ohne Humor und Zweifel – ihre Rolle als Frau in der Gesellschaft und verraten, wie sie mit ihren Wünschen und gelebten Krisen umgehen.
Ihre mutigen Erzählungen verurteilen das Wegsehen und verdeutlichen, was anders werden muss, wenn das Recht von Frauen auf reproduktive Gesundheit und sexuelle Selbstbestimmung gelebte Realität werden soll. Der Mut der Kenianerinnen, das Schweigen über ein intimes Thema zu brechen, stößt auch hier eine rege Debatte an.
Trailer zum Film: http://www.frauen-rechte-gesundheit.org/html/content/clip.html
Booklet: http://www.frauen-rechte-gesundheit.org/Film/Afya_Booklet_8_klein.pdf
Frauenbibliothek Saar in Kooperation mit Endlich Afrika!, Fair Trade Initiative Saarbrücken, Aktion 3. Welt Saar und Frauennotruf Saarland
Freitag, 23. März 2012, 18 Uhr
»Bessere Zeiten für Frauen!«
Zu frauenpolitischen Aspekten der Debatten um Arbeitszeit
Arbeitszeitverkürzung ist ein wichtiges Thema für Frauen. Allerdings ist dieses Thema oft von Männern besetzt. Dabei kann die Verkürzung der Vollzeit ein Beitrag zur Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit und zur Umverteilung des Reichtums sein. Welche Vorstellungen und Ansätze gibt es dazu aus Frauensicht? Mit welchen Ideen und Vorstellungen mischen sich Frauen ein?
Eine Diskussionsveranstaltung der Frauen der DKP Saarbrücken mit Raja Bernard
Raja Bernard arbeitet an der Universität Bonn und ist dort eine der Mitinitiatorinnen des Hochschulsekretärinnen-Netzwerkes. Sie ist u.a. aktiv in der Uni-Betriebsgruppe, im Bezirksfrauenrat, im Fachbereich Wissenschaft und Forschung, sowie im Landesbezirksvorstand von ver.di. Mit dem Thema Arbeitszeit/ Arbeitszeitverkürzung beschäftigt sie sich seit langem.
Donnerstag, 29. März 2012, 19 Uhr 
Liebe – Macht – Passion. Berühmte russische Frauen
Lesung mit Tatjana Kuschtewskaja
Tatjana Kuschtewskaja zeichnet Porträts der Frauen, die Rußland geprägt haben: eine die Jahrhunderte umspannende Galerie von Frauen, in deren wechselvollen Lebensläufen Talent und Berufung treibende Kräfte waren. Frauen, die Geschichte schrieben, wie die Herrscherin Katharina die Große oder die Revolutionärin Alexandra Kollontai sind darunter, aber auch b russische Künstlerinnen wie Anna Achmatowa oder Lou Andreas-Salomé und nicht zuletzt auch Zeitgenossinnen wie Raissa Gorbatschowa. Diese Frauen vor dem Vergessen zu bewahren, ist das Ziel der Autorin.
Tatjana Kuschtewskaja (* 1947) hat selbst eine geographisch wie beruflich abwechslungsreiche Biographie. In Turkmenistan geboren, in der Ukraine aufgewachsen, war sie später als Musikpädagogin in Jakutien, danach als Leiterin eines Meisterkurses für Drehbuchautoren und als freie Journalistin in Moskau tätig. Seit 20 Jahren in Deutschland, kennt die Autorin Licht und Schatten des Lebens in der Emigration nicht nur vom Hörensagen. In dieser Zeit hat sie bereits zahlreiche Titel in deutscher Sprache veröffentlicht. Ihre Bücher beschreiben die Kulturgeschichte, aber nicht nüchtern, sondern geschmückt mit lyrischen Auszügen, Anekdoten und einer guten Portion Humor. Dies macht ihre facettenreiche Sachprosa bei deutschen wie bei russischen Leserinnen und Lesern gleich beliebt.
In Kooperation mit dem Verein »Russisches Haus e.V.«
Dienstag, 24. April 2012, 18 Uhr
Fair Trade: Projekte + Produkte
Präsentation und faires Buffet der bSb-Regionalgruppe Saarbrücken mit FIS-Sprecherin Fleurance Laroppe
Saarbrücken ist in 2009 zur „Ersten Fairtrade Stadt Deutschlands (im Rahmen der internationalen Kampagne „Fairtrade Towns“) und in 2011 zur „Vize-Hauptstadt des fairen Handels“ (bundesweiter Wettbewerb) gekürt worden. Diese Auszeichnungen stellen das starke Engagement der BürgerInnen im Großraum Saarbrücken für mehr Gerechtigkeit in der globalen Wirtschaft unter Beweis.Eine ganze Reihe von Projekten wurde in Bereichen wie Bildung, Gastronomie, Einzelhandel, Stadtverwaltung sowie grenzüberschreitende und internationale Aktivitäten auf die Beine gestellt.
„Wir sind ganz stolz darauf, dass es uns gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern sowie der sehr aktiven Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Saarbrücken gelungen ist, den Fairen Handel in unserer Stadt voranzubringen“ sagt die FIS-Sprecherin Fleurance Laroppe.
Themen des Abends sind: Kriterien des fairen Handels und globale Wirkung, lokales Engagement am Beispiel Saarbrücken und Visionen einer sanften Revolution namens „Fairer Handel“
Eintritt:
5 € für bsb-Mitglieder // 15 € für Gäste
Nach dem Vortrag gibt es einen Imbiss mit fair gehandelten Produkten und
Getränken
Donnerstag, 10. Mai 2012, 19 Uhr 
Patientenverfügung: Wie stelle ich sicher, dass die Ärzte mich im Ernstfall entsprechend meinen Vorstellungen behandeln?
Dr. Margit Hasler-Hepp
Rechtsanwältin Christiane Schreiber
Wir können alle in eine Situation geraten, in der wir die Entscheidung über uns betreffende rechtliche und medizinische Fragen nicht mehr selbst treffen können. Es kann auch sein, dass wir als Betreuungspersonen darüber zu entscheiden haben, welche medizinischen Maßnahmen an einer nahestehenden Person, die sich selbst nicht äußern kann, vorgenommen oder unterlassen werden sollen. Dabei sind 68 % der Pflegebedürftigen Frauen und 85 – 92 % der Pflege wird von Frauen übernommen. Im Ernstfall stehen oft gründliche Informationen, die als Grundlage für eine wohlbedachte Entscheidung erforderlich sind, nicht zeitnah und umfassend zur Verfügung. Daher ist anzuraten, sich frühzeitig zu informieren: Was passiert, wenn ein Mensch krank ist und sich nicht mehr äußern kann? Welche lebenserhaltenden oder lebensverlängernden ärztlichen Maßnahmen sollen – oder sollen nicht - vorgenommen werden? Wie sieht es mit der juristischen Situation aus? Die erfahrene Medizinerin Dr. Margit Hasler-Hepp wird diese Fragen mit anschaulichen Beispielen mit der Zuhörerschaft besprechen und vor allem die jeweils zu entscheidenden Einzelfragen der Muster-Patientenverfügung des Bundesjustizministeriums so erläutern, dass sie für medizinische Laien verständlich sind. Rechtsanwältin Christiane Schreiber, Vorsitzende der früheren Kommission „Ältere Menschen“ des Deutschen Juristinnenbunds, wird den juristischen Rahmen abstecken und diesbezügliche Fragen beantworten
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Donnerstag, 31. Mai 2012, 19 Uhr 
Geschichte einer Liebe. Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
Lesung und Gespräch mit Angela Steidele
»Unrecht, Wahnwitz, Tollheit« nannte ihre Umgebung ihre leidenschaftliche Liebe. Doch gegen alle Widerstände blieben sie ein Leben lang zusammen: die „Rheingräfin“ Sibylle Mertens und die Schriftstellerin Adele Schopenhauer. An Hand unveröffentlichter Quellen erzählt Angela Steidele die unerhörte Geschichte der beiden Frauen inmitten der Goethe-Zeit – eine wechselvolle Beziehung zweier Frauen an der Schwelle zur lesbischen Identität der Moderne.
»Angela Steidele enthüllt vor dem staunenden Leser (der Leserin…) eine Welt, von deren Vielgestaltigkeit er nichts geahnt hat. Hier lernt man das klassische, das biedermeierliche Deutschland neu kennen.« (Süddeutsche Zeitung)
»Angela Steidele hat dieser Liebe ein doppelte Denkmal gesetzt: staunenswert in seiner Mitteilung, hinreißend in der Erzählung.« (DER SPIEGEL)
Angela Steidele, Dr. phil., erforscht die Geschichte der Frauenliebe vor Erfindung der „Homosexualität“ (1869) und erhielt hierfür diverse Auszeichnungen, Stipendien und Buchpreise.
Freitag, 15. Juni 2012
Herz und Fuß
Lesung mit Anne Bax
Ein amüsanter Lesbenkrimi aus dem Ruhrpott
Charlotte arbeitet als Aufsichtskraft im Gasometer-. Ihre letzte Beziehung ging vor Jahren zu Ende und doch denkt sie noch täglich an diese verflossene Liebe. Bis die Ereignisse über sie hereinbrechen. Bei ihrem abendlichen Rundgang auf der Aussichtsplattform macht sie einen beängstigenden Fund ...
Regelmäßig Clubabende
des Business and Professional Women‘s Club
BPW Saarbrücken
In Kooperation mit der Frauenbibliothek
Info: TEL 0681-9388023 |