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+++ PORTRAIT DES MONATS 2011 +++
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Sybille Plogstedt

Sybille Plogstedt

Gerade ist sie mit dem Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung ausgezeichnet worden: die mutige Journalistin und Gründerin der Frauenzeitschrift COURAGE, Dr. Sybille Plogstedt.

In der Begründung der Jury heißt es:
»Dr. Sibylle Plogstedt macht aus sehr persönlicher Sicht mit dem Leben in Diktaturen vertraut. Für ihr neuestes Buch Knastmauke hat sie frühere politische Häftlinge der DDR nach ihrem Schicksal befragt. Durch diese intensive und langjährige Arbeit hat sie ein Thema der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, das bis heute noch unzureichend aufgearbeitet ist. Die Journalistin, Autorin und Soziologin würdigt mit ihrer Tätigkeit diejenigen, die ihren Widerstand gegen das Regime teuer bezahlt haben und gibt den Opfern ein Gesicht.«

Sibylle Plogstedt war von 1969 bis 1971 in politischer Haft in Prag wegen Unterstützung einer Vorläuferorganisation der Charta 77. Beruflich begann ihr Werdegang als Osteuropa-Soziologin.

In Westberlin wurde sie zu einer Pionierin der Neuen Frauenbewegung: Sie war 1976 Begründerin und Mitherausgeberin der »Berliner Frauenzeitung Courage«, der langjährigen radikalfeministischen Alternative zur EMMA (http://library.fes.de/courage/), und Miterfinderin der damaligen Frauensommeruniversität Berlin. Für die GRÜNEN forschte sie über sexuelle Belästigung, für die Hans-Böckler-Stiftung über Frauenprojekte und Erbstreitigkeiten in Familienunternehmen.

Ab 1986 arbeitete sie als Redakteurin des »Vorwärts« in Bonn. Ein Jahr später war sie Mitgründerin des Deutschen Journalistinnenbundes und engagierte sich dort in vielen Funktionen. Später half sie, die Frauenhilfsorganisation von Schwester Dr. Lea Ackermann, SOLWODI, aufzubauen, auch im Frauenmuseum Bonn ist sie seit langem engagiert.

2011 wurde sie vom Journalistinnenbund mit der Hedwig-Dohm-Urkunde für ihr Lebenswerk geehrt.

Heute ist Sybille Plogstedt freie Filmemacherin, Autorin und Soziologin.

Webseite: http://www.sibylle-plogstedt.de 

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Anne Klein

Anne Klein - Anwältin der Frauen

Die kürzlich verstorbene gebürtige Saarländerin hat als Politikerin, Rechtsanwältin und Feministin viel für die Sache der Frauen getan.

Die Rechtsanwältin war von 1989 bis 1990 Frauensenatorin im ersten rot-grünen Berliner Senat, der wegen seiner Frauenmehrheit (acht Senatorinnen, fünf Senatoren) auch als »Feminat« bekannt wurde. Anne Klein besetzte als Parteilose für die Grünen (damals noch »Alternative Liste«) diesen Posten. Die offen lebende Feministin schuf in ihrer kurzen Amtszeit unter anderem das bundesweit erste Referat für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Nach dem Bruch der rot-grünen Koalition im November 1990 erklärte sie ihren Rücktritt. Danach arbeitete sie als Rechtsanwältin und Notarin in Berlin.

Von 1982 bis 1984 arbeitete Anne Klein bei der grünen Bundestagsfraktion als wissenschaftliche Assistentin. Damals bereits verfasste sie für die Fraktion u.a. einen Gesetzesentwurf für ein »Antidiskriminierungsgesetz«.

Anne Klein verlor am 23. April ihren langen Kampf gegen den Krebs. Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, bezeichnete den Tod Kleins als einen »großen persönlichen Verlust«. Sie habe sich stets mit aller Kraft für die Rechte und Lebenssituationen besonders der  Frauen eingesetzt. »Da ist sie uns allen ein Vorbild«, fügte Künast hinzu.

Am 21. Mai fand in der Heinrich-Böll-Stiftung eine Gedenkfeier für die politische Weggefährtin statt. Dort stellte Michaele Schreyer, ehemalige Mitsenatorin und Freundin von Anne Klein, auch den neuen Preis in Würdigung der verstorbenen ehemaligen Berliner Frauensenatorin Anne Klein vor, den die Heinrich-Böll-Stiftung ab 2012 vergeben wird. Damit sollen Frauen geehrt werden für ihr herausragendes Engagement und ihre Verdienste für die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie. Er finanziert sich aus einer großzügigen Schenkung der Verstorbenen an die Heinrich-Böll-Stiftung

(AutorIn: Ulrike Helwerth, Deutscher Frauenrat)